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Bundesliga-Wetten

Didi Hamann über deutsche Teams: „Große Chance auf Champions-League-Finale“

Philipp Stottan  5. März 2025
Didi Hamann Interview
Didi Hamann blickt auf das Königsklassen-Duell Bayern vs. Leverkusen. (© dpa picture alliance / Alamy Stock Photo)

Didi Hamann ist dafür bekannt, ausgeprägte Meinungen zu den Bayern und Dortmund zu haben.

In einem vergangenen Wettbasis-Interview hat er bereits erklärt, warum er es vor allem auf die beiden abgesehen hat. Und auch diesmal gab es die eine oder andere Frage zu den Teams.

Nachdem Hamann im ersten Teil des mehrteiligen Interviews über den FC Hollywood, Tabus als Experte oder seine Beziehung zu Max Eberl gesprochen hat, geht es diesmal um die Zukunft von Florian Wirtz, warum der neue Vertrag Jamal Musiala nur schadet, Kovacs Aussagen über Brandt und warum ein deutsches Team ins Champions-League-Finale kommen wird.

 

 

Didi Hamann unglücklich über Musiala Vertrag: „Riesiger Druck auf dem Jungen“

Wettbasis: Wenn Sie jetzt Spielerberater wären, was würden Sie Florian Wirtz raten? Noch ein Jahr bei Leverkusen zu bleiben? Zu den Bayern? Ins Ausland?

Didi Hamann: „Ich bin immer vorsichtig, weil die Trainer können natürlich immer wechseln. Wenn Spieler sagen, ich gehe dahin, weil der Trainer will mich oder so…nein, man unterschreibt bei einem Verein. Du unterschreibst einen Vertrag mit dem Verein und nicht mit dem Trainer.

Nur in dem Fall würde ich einen Verbleib wahrscheinlich an den Verbleib des Trainers koppeln. Also, wenn der Trainer bleibt, dann könnte ich guten Gewissens dem Jungen sagen: Pass auf, Xabi Alonso bleibt, wir bleiben noch ein Jahr hier und da werden sie natürlich schauen, dass sie die Spieler auch alle halten. Frimpong wollte ja schon weg im Sommer, Tah wird jetzt gehen. Da muss man natürlich schauen, wer weggeht.

Aber wenn der Wirtz bleibt, dann könnte ich mir vorstellen, dass der eine oder andere Spieler vielleicht sagt, dann bleibe ich auch hier, wo soll ich denn hingehen? Hier hat man die Chance, Meister zu werden wieder, in der Champions League eine gute Rolle zu spielen. Ich würde das tatsächlich ein Stück weit abhängig machen vom Trainer Alonso.

Und dann, der logische Schritt wäre für mich wahrscheinlich Real Madrid. Er ist natürlich ein anderer Spieler als Modric, der wird jetzt dieses Jahr oder vielleicht nächstes Jahr aufhören. Das ist für mich der logische Nachfolger. Ein Spieler wie Wirtz, der für mich im Moment mit Mbappe, mit Dembele, der im Moment sensationell drauf ist, ist ja wahrscheinlich einer der Weltbesten.

Wenn nicht der Beste, das lasse ich jetzt mal dahingestellt, aber er ist einer der Weltbesten. Und so ein Spieler, sage ich mal überspitzt, der gehört eigentlich zu den Königlichen. Und ich könnte mir vorstellen, dass er früher oder später da auch auftaucht.“

Ohne den Zwischenschritt Bayern?

Hamann: „Also für mich hat sich das bei Bayern, mit der Verlängerung von Musiala, mehr oder weniger erledigt. Also erstensmal hat der Musiala einen sehr, sehr guten Vertrag unterschrieben.

Meiner Meinung nach wahrscheinlich etwas zu gut.“

Warum? Warum zu gut?

Hamann: „Da ist ja jetzt ein riesiger Druck auf dem Jungen. Man muss ja auch schauen, das wird man jetzt die nächsten Wochen und Monate sehen, denn das ist natürlich eine Belastung auch für so einen Jungen, der jetzt gerade mal 21 wird. Was da jetzt passiert, muss man mal sehen.

Aber das sind ja astronomische Summen von 25 oder 27 Millionen, da müsste man dem Wirtz ja mindestens dasselbe bezahlen. Wahrscheinlich noch mehr, weil er meiner Meinung nach – es sind grundverschiedene Spieler – noch besser ist. Und das muss ja alles bezahlt werden. Wie das gehen soll, weiß ich nicht.

Dann habe ich Zweifel, ob beide miteinander spielen können, denn es sind beide Spieler, die den Ball wollen, die zentral spielen, die zentral am besten sind.“

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Aber sie tun es doch in der Nationalmannschaft.

Hamann: „Aber bei der EM nicht. Bei der EM hat der Wirtz nicht gut gespielt, da war nur Musiala am Spielen. Und wenn Sie jetzt mal gegen Bosnien 5:0 oder 6:0 gewinnen, also ich würde das nicht überbewerten. Den Beweis, dass sie miteinander spielen können, den sind sie noch schuldig, über einen längeren Zeitraum.

Da mag es in der Nationalmannschaft in ein oder zwei Spielen mal funktionieren, aber ob das über die Saison funktioniert? Ich wage das zu bezweifeln, weil einer wird dann ausweichen müssen auf den Flügel und dann wird man einem die Stärke nehmen. Bei der Europameisterschaft war das Wirtz, wo Musiala der dominante Spieler war.

Und das ist der nächste Punkt, er ist Meister geworden, er ist Pokalsieger geworden mit Leverkusen. Im Moment hat er wahrscheinlich in Leverkusen eine ähnlich gute Chance, die Champions League zu gewinnen wie in München. Deswegen würde sich mir nicht wirklich erschließen, warum er nach München kommen sollte.“

Aber jetzt nochmal zu dem Vertrag, weil Sie sagen großer Rucksack, macht das auch was mit der Hygiene in der Kabine?

Didi Hamann: „Ja, natürlich. Und da kann ja der Musiala nichts dafür. Dass er ausreichend entlohnt werden soll, ist natürlich klar.

Nur wenn man sich mal die Topverdiener anschaut, in den letzten Jahren oder in den letzten Jahrzehnten, das waren Spieler wie Matthäus, der Weltmeister war. Das waren Lahm, Schweinsteiger, die auch Weltmeister waren. Die kamen natürlich auch aus der eigenen Jugend, was einen Unterschied macht.

Da ist heute wahrscheinlich das Standing der eigenen vielleicht etwas höher, gerade bei Musiala, aber die waren mit 20, 21 Jahren nicht die Topverdiener. Ich glaube, dass das nicht gesund ist, wenn jetzt ein Musiala mit 20 so viel verdient wie ein Kane, oder Neuer, oder noch mehr verdient sogar. Da weiß ich nicht, ob man dem Jungen einen Gefallen tut.

Weil in den letzten ein, zwei Jahren hat er eine super Entwicklung gemacht, hat Verantwortung übernommen und wenn er mal einen Fehler gemacht hat, dann haben die Leute gesagt, beim nächsten Mal triffst du wieder. Nur jetzt ist er der Topverdiener. Da wirst du in der Kabine dann auch anders angesehen. Und wenn er jetzt zwei, drei, vier, fünf Spiele mal nicht trifft, dann sagen die Spieler vielleicht untereinander, es wird Zeit, dass er mal wieder ein Tor schießt.

Ja, also das wird sich auch verändern. Natürlich sollen die ordentlich bezahlt werden, aber ob man so einen Spieler in dem Alter zu einem der Topverdiener machen muss? Wenn man einen Neuer, der zehn Jahre der weltbeste Torhüter ist, hat, wenn man Kane hat, der jedes Jahr 30 oder 35 Tore schießt. Wenn du einen Coman hast, der in der Champions League, das entscheidende Tor geschossen hat.

Du hast einen Kimmich, der deutscher Nationalmannschafts-Kapitän ist. Da bin ich mir nicht so sicher. Und da bin ich ganz gespannt auf die nächsten Wochen und Monate. Weil das wird in der Kabine was machen und sowas kann natürlich auch, muss nicht, aber sowas kann natürlich auch zur Belastung werden.“

 

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Aber Max Eberl stand ja auch unter Druck, diesen Vertrag zu verlängern.

Hamann: „Ja, das ist schon richtig. Nur wenn man will, dass der Musiala das Gesicht der Bayern wird, der nächsten Jahre, dann wurde das ja nicht letzte Woche entschieden. Das weiß man ja dann schon seit einem halben Jahr, oder noch länger, als er hochkam.

Und dann hätten sie möglicherweise im letzten Sommer schon anfangen müssen, mit ihm zu sprechen und versuchen, da eine Lösung zu finden. Und jetzt ist die Zeit natürlich gegen die Bayern gelaufen. Ja, wahrscheinlich hatte man auch etwas Angst, sollte man jetzt keine Einigung finden bis Saisonende, dann ist das letzte Jahr angebrochen und dann kann er sechs Monate später einen Vertrag woanders unterschreiben und ablösefrei gehen.

Die Gefahr war dann wahrscheinlich doch zu groß. Und diese Zeit, die sie gewartet haben seit letztem Sommer, das hat sie jetzt Geld gekostet. Das ist Fakt. Man wollte den Vertrag verlängern, das verstehe ich. Dann hätten sie es aber möglicherweise etwas früher beginnen sollen. Dann wäre das vielleicht auch nicht ganz so teuer geworden.“

 

Hamann über deutsche Teams: „Große Chance auf Champions-League-Finale“

 
Niko Kovac hat gesagt, Julian Brandt ist auf einem Niveau mit Wirtz und Musiala. Was sagen Sie dazu?

Hamann: „Ja, er hat das vor dem Spiel gesagt, letzte Woche bei uns. Ich weiß, was er sagen wollte, weil Brandt natürlich schon immer wieder hat aufblitzen lassen, dass wenn er einen guten Tag hat, dann kann er außerordentlich gut Fußball spielen.

Fakt ist, dass er es einfach konstant nicht gezeigt hat in den letzten Jahren. Dass er ein hervorragender Fußballer ist, das wissen wir. Konstant hat er das aber nicht gezeigt. Aber klar, das hat sich dann noch etwas unguter angehört, die Aussage, weil sie kurz danach in Bochum verloren haben.

Aber ich glaube, der Niko Kovac hatte gute Intention und deswegen würde das nicht überbewerten, was er da letzte Woche vor dem Spiel gesagt hat.“

Es kommt bald das nächste deutsch-deutsche Duell in der Champions League. Bayern München hat das dritt-älteste Team. Ist das auch ein Nachteil, jetzt in der kommenden Auseinandersetzung mit Bayer Leverkusen? Wie sehen Sie überhaupt den Vergleich mit der Erkenntnis der letzten Spiele?

Hamann: „Ich glaube, die Leverkusener sind im Moment besser unterwegs. Ich würde sagen, dass sie als leichter Favorit ins Spiel gehen. Im Moment sind sie besser als die Bayern, das heißt aber nicht, dass sie weiterkommen.

In zwei Spielen kann alles passieren. Und für die deutschen Mannschaften war es, glaube ich, eine sehr gute Auslosung. Natürlich wünscht man sich das nicht, dass zwei Deutsche gegeneinander spielen, das heißt aber auch im Umkehrschluss, dass wir einen im Viertelfinale haben.

Und die drei Mannschaften, die im Moment über allen anderen stehen, sind Real Madrid, Paris und Liverpool. Die sind alle in der anderen Hälfte des Turnierbaums. Und deswegen ist es, glaube ich, eine große Möglichkeit für einen der Deutschen, wir haben ja drei von acht, auf der Seite des Turnierbaums.

Ich glaube, dass wir eine große Chance haben, dass wir einen im Finale sehen.“

Und wen sehen Sie da? Wieder Dortmund?

Didi Hamann: „Also jetzt würde ich sagen Leverkusen. Aber sollten die Bayern Leverkusen ausschalten, dann würde es mich nicht wundern, dann haben die Bayern hervorragende Chancen, bis ins Finale zu gehen.“

Im dritten und letzten Teil des Interviews spricht Dietmar Hamann über das Ende von Pep Guardiola und wer sein deutscher Nachfolger werden soll, ob sein Spielstil nun engültig stirbt, ob sich die Bundesliga Investoren aus dem Nahen Osten öffnen soll und was er von Baller League, Icon League und Co. hält.

 

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 31 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleitet Philipp, seit er denken kann. Zu Schulzeiten entwickelte sich dann die Leidenschaft fürs Schreiben, weshalb er schon früh Erfahrungen in der Medienbranche sammeln konnte.   Mehr lesen